1988 bis 1998

Mehr denn je, waren die Aktivitäten der Maigesellschaft in diesem Zeitraum darum bemüht, die gute alte Tradition nicht nur fortzuführen, sondern darüber hinaus Dinge einzuführen und zu fördern, die an Traditionen anderer kultureller Vereine anknüpfen.

Die stete Treue und Kontinuität für die Gesellschaft mit seinen Kulturen wird auch dadurch wiedergespiegelt, als dass es in den 11 Jahren ausschließlich zwei Vorsitzende gab. In den Jahren 1988 bis 1994 wurde die Gesellschaft, und dies sehr souverän, von Heiko Beinig geführt. An seiner Seite war stets Stefan Pick, der die „Fidelen Jung`s“ im Anschluss und bis 1998 anführte. Wie selbstverständlich bei so viel Idealismus, ersteigerten sich beide in den Jahren je einmal die Königswürde.

Schmunzelnd konnte Heiko darüber berichten, dass er die Gesellschaft quasi übernommen hatte, nachdem die Kassen, auf Grund des aufwendigen 80-jährigen Jubiläums, fast leer waren. So musste er alle Mitglieder dazu bewegen erstmal 10,00 DM zu spenden, damit die Liquidität und ein Weitermachen gewährleistet waren. Eine weitere Spende von Reinhold Wegner in Höhe von 150, 00 DM sollte die Gesellschaft dann auch zu großen Taten beflügeln.

Wie die vorgenannte Legende aufzeigt, war insoweit ein Wehrmutstropfen, als dass in den Jahren 1990, 1993, 1994 und 1998 kein Jungmann die Maikönigswürde übernehmen wollte.

Wie Eingangs berichtet, sollten Kultur und Tradition ganz groß geschrieben werden. Dies bezog sich nicht nur auf den traditionellen Königsball; vielmehr mussten die Jungmänner während der Sonntagsumzüge vor Ihren „Mädels“ niederknien um ihnen den „Hof“ zu machen. Diese wiederum drehten dann einen Kreis um Ihre „Maifreier“. Dieser Kult wurde 1988 eingeführt und hat bis heute Bestand. Im Gegenzug verpflichteten sich die „Dorfschönen“, sich bei den Umzügen ausschließlich in langen Kleidern zu präsentieren.

Nennenswert auch, dass 1988 das Aufstellen des großen Maibaums der Gesellschaft wieder auf die Festwiese am Casino verlegt wurde. Logisch war, dass dies dazu geführt hat, dass der sogenannte „Tanz in den Mai“ auch an Ort und Stelle durchgeführt wurde. Anfangs bestand dieses Fest aus einem reinen Ausschank; inzwischen und erfreulicher Weise hat dieses schon einen Volksfestcharakter (Gegrilltem, Hüpfburg, Musik, Versteigerung des Maibaums), welches sich stets eines regen Besuches erfreut.

Wie sehr die Vorstände dieser Zeit um eine gesunde Kasse bemüht waren, zeigt die Tatsache, dass die Mitglieder viele Jahre eine Cafeteria und einen Bierwagen, im Rahmen der großen Leistungsschau im Gewerbegebiet Rurbenden, unterhielten. Weiterhin wird seither, abwechselnd mit anderen Vereinen, die Altpapiersammlung in Huchem-Stammeln durchgeführt.

Aus dem Jahre 1992 sollte unbedingt Erwähnung finden, dass die „Fidelen Jung`s“ eine Standarte entworfen hatten, die in der katholischen Pfarrkirche St. Josef Huchem-Stammeln feierlich eingeweiht wurde. Diese Standarte zeigt auf der einen Seite die Kirche von Huchem-Stammeln und auf der anderen Seite die Vereinsbezeichnung und einen Maibaum.

Segnung Standarte 1992

Weiterhin ist erwähnenswert, dass die Jungmänner sehr darum bemüht waren, das Verhältnis zwischen den Vereinen zu pflegen. Dies bezog sich nicht nur auf das Vereinsleben innerhalb von Huchem-Stammeln. So war es immer selbstverständlich, befreundete Gesellschaften und deren Veranstaltungen zu besuchen. Im Gegenzug erfolgen dann natürlich auch Besuche der auswärtigen Maigesellschaften bei den eigenen Veranstaltungen.

Dass Zusammenhalt und Kameradschaft zu der Zeit ganz groß geschrieben wurden, zeigt das Beispiel, dass man in großer Zahl und als Nikoläuse verkleidet an einem Karnevalszug des „Stammelte Böömche“ teilnahm. Heiko Beining erinnert sich daran, dass das Kostüm während des Zugweges sehr angenehm und wärmend war. Beim anschließenden Ausklang im Casinosaal flossen dann jedoch die Schweißperlen.

Eine weitere sehr schöne Begebenheit war, dass die Jungs aus Huchem-Stammeln dabei behilflich waren, der neigegründeten Maigesellschaft aus Rölsdorf bei deren Aufbauarbeiten behilflich zu sein. Beim ersten Maifest in Rölsdorf sorgten die Huchem-Stammelner dann auch für die entscheidende Stimmung. Seither und bis heute besteht zwischen den Gesellschaften eine echte Freundschaft.

Das vorgenannte wunderschöne Foto, in deren Mitte die Majestäten des Jahres 1992, drückt die Verbundenheit der seinerzeitigen Akteure zur kath. Kirche St. Josef Huchem-Stammeln und nicht zuletzt zu Pfarrer Müller besonders aus.

Als Zeichen der Verbundenheit zur Maigesellschaft „Fidele Jung`s“ Huchem-Stammeln e.V. gründete sich im Jahre 1995 der sogenannte „Ehemaligenclub“. Wie das Wort schon ausdrückt, handelt es sich bei den Mitgliedern um ehemalige Aktive, die meist inzwischen verheiratet sind. Die Zusammenkünfte sind recht locker, wobei man es sich zur Aufgabe gemacht hat, die amtierenden Jungmänner zu unterstützen. Alljährlich ist dieser „Club“ dann auch bemüht am Festzug mit weißem Hemd, roter Krawatte mit Emblem sowie Spazierstock teilzunehmen. Der Stock soll wohl zum Ausdruck bringen, dass es sich hierbei um „alte Männer“ handelt.

Ehemaligenclub 1995

Manfred Leroy, bekanntlich Maikönig des Jahres 1963, stiftete zudem im Jahre 1995 eine Königskette, worauf sich rückwirkend ab 1992 alle Königspaare verewigen konnten. Natürlich ist es seither auch eine angenehme Verpflichtung, dass die amtierenden Maikönige diese Kette zu allen Anlässen tragen. Seinem Sohn Markus war es dann auch vorbehalten, im Jahre 1995 die Maikönigswürde zu ersteigern.

Nach 1982 und 1987 sollte das Jahr 1997, also das 90. Jubeljahr, zu einem dritten herausragenden Ereignis in der Chronik der Maigesellschaft werden. Unter anderem wurde im Rahmen des Festkommerses eine Bilderausstellung durchgeführt, die 90 Jahre Maigesellschaft Revue passieren ließen. Die Rede zum Festkommers führte Heinz Linnartz, besser bekannt als „Öcher Hein“. An „de Öcher Hein“ sei an dieser Stelle nochmals erinnert, der ja bekanntlich die Gesellschaft in den Jahren 1946 bis 1948 anführte. Stefan Pick erinnert sich gerne daran, dass Heinz Linnartz im Rahmen der Festrede viele Anekdoten zum Besten brachte, die auch die damalige Zeit, im Rahmen der Maispiele in Huchem-Stammeln, lebenswert machte.

An dieser Stelle und sehr zum Bedauern sei nochmals angemerkt, dass auch die Unterlagen der Ausstellung auf Grund eines Ereignisses abhandengekommen sind. Der Hinweis, dass hierdurch ein Stück Geschichte verloren gegangen ist, ist aus Sicht des Autors der heutigen Chronik schlichtweg tragisch.

Die Festfolge der Huchem-Stammelner Maispiele wurde mit dem Jahr 1997 geändert und dann auch in den nachfolgenden Jahren beibehalten. Diese sieht für den jeweiligen Freitag eine „Maidisco“, für den Samstag einen Kirchgang mit anschließendem Holen des Maikönigspaares und Maiball sowie für den Sonntag einen Festzug mit anschließendem Freiball und Verlosung vor.

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